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Sonntag, 10. Juni 2012

Zehn skurrile Techniken der Nahrungsproduktion: Platz 2


Um exklusive Nahrungsmittel herzustellen, gibt es einige extravagante Techniken: Da werden angetrunkene Rinder massiert, Kaffeebohnen wandern vor der Röstung durch den Darm indonesischer Schleichkatzen oder Schnaps wird quer über den Äquator geschippert. Hier das Ranking der zehn skurrilsten Techniken in der Nahrungsproduktion, Platz 2:

Kobe Beef  - Ayurveda für Rindviecher 

Aus der Rinderrasse Wagyu wird diese mittlerweile legendäre Spezialität hergestellt, die ausschließlich bei der Stadt Kobe nahe Osaka produziert wird. Bereits in ihren ersten Lebensmonaten erhalten die Kälber ein reines Naturkraftfutter. Aber das verwöhnte Kobe-Rind lebt nicht vom Brot allein: Täglich wird den Viechern eine Ration Biermaische und / oder Bier verabreicht. Die beruhigenden Gerbstoffe und der Alkohol entspannen die bis dahin unentspannten Ochsen. Zudem wirkt das extravagante Futtermittel mästend und appetitanregend. Das ist kein verdienter zweiter Platz? Es geht auch noch weiter: Um auch die letzte Möglichkeit von Muskelkontraktion zu unterbinden, werden die angetrunkenen Tiere täglich gewaschen, gebürstet und eine Stunde mit Sake oder Kräuterölen – von Hand! – massiert. Dadurch bildet sich eine sehr dünne, gleichmäßige Fettschicht auf dem Muskelgewebe. Die gesamten Fleischteile werden von einer feinen Marmorierung durchzogen. Ein wirklich angenehmes Ochsendasein, bis schließlich auch die Rinderayurveda zu Ende geht und die Tiere ihre Karriere an den Haken hängen. Ein ganzes Rind ist dann für den stattlichen Betrag von bis zu 20.000 Euro zu erhalten. Der Kilopreis schlägt mit bis zu 800 Euro zu Buche. Das muss uns Europäer aber nicht interessieren: Kobe-Beef ist ein solch sensorisches Feuerwerk, dass die Japaner es einfach selbst verputzen, sprich: In den Export gelangt nichts. 

(Nicht zu verwechseln ist die Spezialität mit dem außergewöhnlich guten Wagyu-Rindfleisch, das von der selben Rinderrasse stammt, die in Australien oder Nebraska aufgezüchtet werden. Wissentlich oder unwissentlich sei dahingestellt, in vielen Restaurants wird dieses Fleisch als "Kobe-Beef" in der Speisekarte beworben, was schlicht und ergreifend: falsch ist.) 

Sonntag, 8. April 2012

Der Metalkurskochratgeber - Lektion IV: Osterhase zerlegen mit Max Cavalera



Wer Kochen nicht als lästige Angelegenheit empfindet und den Akt der Speisezubereitung zelebriert - sei es, dass die Messer vorab geschliffen werden oder ein Glaserl Wein dazu getrunken wird -, der kommt nicht umhin, sich über die passende Musik Gedanken zu machen. Heavy Metal (mit allen Absplitterungen) bietet hier eine hervorragende musikalische Untermalung - vermag die Tätigkeit sogar zu einem Ritual zu erheben, wenn man einige Grundsätze befolgt. Lektion IV: 

Es gibt Menschen, die nehmen eine Gitarre in die Hand und werden dabei 30 Zentimeter größer. Phil Anselmo, beispielsweise, aber auch Robb Flynn oder Max Cavalera. Und es gibt Menschen, die nehmen ein Ausbeinmesser in die Hand und wissen plötzlich, weshalb sie auf der Welt sind. Ein Ritual, meine Freunde, es ist ein Ritual, und wer das Kochen ritualisieren mag, kommt nicht drum herum, gelegentlich auch mal ein ganzes Tier zu zerlegen. Und welcher Zeitraum des Jahres würde sich besser eignen, als hier und jetzt? Kurz: Heute! Denn ein Osterhäschen hat auf jedem durchschnittlichen Schneidebrett Platz! Oder ein Oster-Lämmlein - aber der Metzger sollte es vorher in grobe Einzelteile zerlegen, sonst wird´s ein Massaker.  

Als musikalische Untermalung ist in jedem Fall Pantera (The Great Southern Trendkill), Marylin Manson (The Golden Age Of Grotesque) oder Machine Head (Unto The Locust) zu empfehlen. Wobei ich persönlich Sepultura (Roots) bevorzuge - ein Erlebnis der besonderen Art! Der moderne Mensch kommt kaum näher an seine archaischen Urgefühle heran, es kitzelt dabei im Stammhirn! Die Lautstärke sollte rund 100 Dezibel betragen, was einem Presslufthammer entspricht. Doch Vorsehen: Diese unglaubliche Platte kann ein bestialisches Inferno zerstörerischer Wut entfalten. Zur Sicherheit sollte sich eine weitere Person in der Wohnung befinden. Es ist auch sinnvoll einen gut bestückten Verbandskasten zur Hand zu haben, dessen Inhalt auf jedwede Eventualität vorbereitet ist. In diesem Sinne: Frohe Ostern!

Mittwoch, 28. März 2012

Zehn skurrile Techniken der Nahrungsmittelproduktion: Platz 4

Um exklusive Nahrungsmittel herzustellen, gibt es einige extravagante Techniken: Da werden angetrunkene Rinder massiert, Kaffeebohnen wandern vor der Röstung durch den Darm indonesischer Schleichkatzen oder Schnaps wird quer über den Äquator geschippert. Hier das Ranking der zehn skurrilsten Techniken in der Nahrungsproduktion, Platz 4: 

Linie Aquavit – Norwegische Spirituose mit Kümmel und Gewürzen aromatisiert

Die Spirituose ist allseits bekannt - ihre extravagante Herstellung meist nicht: fast fünf Monate wird der Schnaps in Holzfässern über das Meer geschippert. Das stetige Schaukeln auf See und die frische, salzige Brise sollen dem Linie Aquavit sein unverwechselbares Aroma verleihen. Auf der Rückseite des Vorderetiketts werden der Schiffsname und das Datum der Äquatorüberquerung aufgedruckt. Versuche die gewünschte Schnapsqualität an Land zu erzielen, blieben bislang erfolglos. Wie auch immer diese Tests auch ausgesehen haben ... und da gibt es ökonomische Aufschreie, wenn Nordseegarnelen zum Puhlen nach Marokko verschifft werden ...

Sonntag, 11. März 2012

Zehn skurrile Techniken der Nahrungsmittelproduktion: Platz 5

Um exklusive Nahrungsmittel herzustellen, gibt es einige extravagante Techniken: Da werden angetrunkene Rinder massiert, Kaffeebohnen wandern vor der Röstung durch den Darm indonesischer Schleichkatzen oder Schnaps wird quer über den Äquator geschippert. Hier das Ranking der zehn skurrilsten Techniken in der Nahrungsproduktion, Platz 6: 

Dr. Morse Salomons „Sprengfleisch“:

Wie die gute Gentomate beweist, sind die US-Amerikaner ein durchaus lustiges Völkchen, wenn es um Essgewohnheiten geht. Das ist allerdings ein Kinkerlitzchen gegen diesen Nepp: Rindfleisch wird in einen mit Wasser befüllten Tank gelegt, danach eine Sprengladung gezündet. Die Schockwelle, die durch das Fleisch donnert, macht es zarter - um gut 25 Prozent, wie mechanische Tests erwiesen! Eigentlich eine prima Idee: Abgehängt wird nur noch in der Zimmerstunde und die Deklaration auf der Menükarte lässt sich entsprechend schönen: „Bombiertes Filet vom Beltsviller Rind“ ... versteckt zwischen einem „pochiertem Viktoriaseebarsch“ und „bardierten Nüsschen vom Neuseeländer Reh“. Das klingt nicht nur gut, sondern fällt auch den Wenigsten auf. Außer vielleicht dem Gaumen, denn abgesehen von der Haptik  ist von dem Produkt keine sensorische Explosion zu erwarten. Aber genug der doppeldeutigen Scherze: Diese bombastische Fleischbearbeitung ist noch nicht marktreif, weil jedes Mal der Tank mit in die Luft fliegt, dennoch verspürt der Erfinder Dr. Morse Salomon den Drang nach Umsatzgenerierung. Darum: Platz 5 und auf zu einer Schnapsidee …

Freitag, 24. Februar 2012

Zehn skurrile Techniken der Nahrungsmittelproduktion: Platz 6

Um exklusive Nahrungsmittel herzustellen, gibt es einige extravagante Techniken: Da werden angetrunkene Rinder massiert, Kaffeebohnen wandern vor der Röstung durch den Darm indonesischer Schleichkatzen oder Schnaps wird quer über den Äquator geschippert. Hier das Ranking der zehn skurrilsten Techniken in der Nahrungsproduktion, Platz 6:

Die US-Amerikanische Gentomate

Die Geschichte beginnt in den USA, als die Kühlparzellen eines angesagten Restaurants über Nacht auf Gefrierstufe schalten. Der Küchenchef ist ebenso wütend wie irritiert: Wütend, weil jegliches Gemüse in den Müll wandert; irritiert, weil die Tomaten keinerlei qualitative Einbußen erleiden. Später an diesem Tag klärt ihn der Gemüsehändler auf, dass die empfindliche Pflanzenkost mit dem genetischen Code von Tiefsee-Flundern gekreuzt wurde ... um sie frostertauglich zu machen … ohne weitere Worte und in der Hoffnung, dass die Geschichte auch in den USA endet: Platz 6. 

Samstag, 4. Februar 2012

Zehn skurrile Techniken der Nahrungsmittelproduktion: Platz 7


Um exklusive Nahrungsmittel herzustellen, gibt es einige extravagante Techniken: Da werden angetrunkene Rinder massiert, Kaffeebohnen wandern vor der Röstung durch den Darm indonesischer Schleichkatzen oder Schnaps wird quer über den Äquator geschippert. Hier das Ranking der zehn skurrilsten Techniken in der Nahrungsproduktion, Platz 7: 

Würchwitzer Spinnenkäse – Hartkäse aus Sachsen-Anhalt 

Man lege Quarkbällchen in eine Holzkiste mit tausenden Käsemilben und füttere die Tierchen mit Roggenmehl und getrocknetem Biokäse. Die Ausscheidungen der Milben dringen durch Diffusion in den Quark ein. Die Fermente bewirken seine Reifung. Nach etwa einem Monat färbt sich die Außenhaut gelb, nach drei Monaten rotbraun. Liebhaber warten noch einige Monate länger, bis von der Delikatesse ein schwarzer Klumpen zurückbleibt. Viele der Milben werden zum Dank einfach mitverspeist. Der Charakter des „Würchwitzer Spinnenkäse“ geht in Richtung Harzer Käse, mit einem bitteren Beigeschmack ...

Freitag, 6. Januar 2012

Zehn skurrile Techniken der Nahrungsmittelproduktion: Platz 8

Um exklusive Nahrungsmittel herzustellen, gibt es einige extravagante Techniken: Da werden angetrunkene Rinder massiert, Kaffeebohnen wandern vor der Röstung durch den Darm indonesischer Schleichkatzen oder Schnaps wird quer über den Äquator geschippert. Hier das Ranking der zehn skurrilsten Techniken in der Nahrungsproduktion, Platz 8: 

1000jährige Eier – Chinesische Delikatesse

Es dauert natürlich keine 1000 Jahre, bis die chinesische Spezialität verspeist wird: Aber immerhin fünf Monate und länger werden die rohen Eier in einer Mischung aus Asche, Kalk und Salz gelagert. Dieser Zeitraum genügt, um die Delikatesse in den gewünschten Verzehrzustand zu befördern: Das Eiklar wird gallertartig, das Eigelb färbt sich von grau bis schwarz. Die Eier riechen und schmecken wie sie aussehen: faulig. Aber jetzt nicht angewidert über die Essgewohnheiten der Asiaten die Nase rümpfen. Es soll europäische Schlemmer geben, die Spinnenkäse essen ...

Freitag, 16. Dezember 2011

Der Metalkurskochratgeber - Lektion II: Die Ausnahmen der Grundregel

Wer Kochen nicht als lästige Angelegenheit empfindet und den Akt der Speisezubereitung zelebriert - sei es, dass die Messer vorab geschliffen werden oder ein Glaserl Wein dazu getrunken wird -, der kommt nicht umhin, sich über die passende Musik Gedanken zu machen. Heavy Metal (mit allen Absplitterungen) bietet hier eine hervorragende musikalische Untermalung - vermag die Tätigkeit sogar zu einem Ritual zu erheben, wenn man einige Grundsätze befolgt. Lektion II:

Wie wir bereits in der ersten Lektion gelernt haben, ist die wichtigste Grundregel: Das Kochen steht im Vordergrund, nicht die Musik. Besonders Einsteiger müssen deswegen ihren Puls mit gleichmäßig harten Drums und Gitarrenriffs belasten, denn Ziel ist ja nicht nur, dass das Kochen Freude bereitet und die teils hektische Tätigkeit harmonisch untermalt wird, sondern am Ende muss das Essen gut schmecken (siehe Lektion I).

Aber bekanntlich bestätigen Ausnahmen die Regel. Es gilt deswegen hier einige musikalische Beispiele anzuführen, die den Koch in eine Art Trance versetzen und aufgrund dessen mit Vorsicht zu genießen sind:

Mit Faith No More (Angel Dust), Metallica (Master Of Puppets), Rage Against The Machine (Rage Against The Machine), Pantera (Vulgar Display of Power), Life of Agony (River Runs Red) aber auch durchaus Snot (Get Some), Down (Nola) oder Lost Prophets (Start Something) gehen Tätigkeit und Musik eine Symbiose ein, was den Schaffensprozess in der Küche mit übermenschlicher Energie auflädt, nein, falsch: Diese gewaltigen Werke der Rockgeschichte sind wahrlich groß und erheben den Koch kurzzeitig zum Herrscher der Welt, zum Schöpfer des Universums, was dazu führt, dass das Essen immer gelingt.

Um die gewünschte Reizung der Sinnesorgane herbeizuführen - und aus schlichtem Respekt vor den Musikern - muss die Lautstärke zwischen 70 und 80 Dezibel betragen, was einem lauten PKW entspricht. Leichte Salate, jegliche Tofu-Gerichte & süße Nachspeisen dürfen zu diesen Platten nicht zubereitet werden, das wäre einfach würdelos - man geht ja auch nicht mit Fetzenjeans in die Oper.

Achtung: Über einen längeren Zeitraum ist die menschliche Psyche – ohne entsprechendes Training - nicht in der Lage dieser Belastung Stand zu halten. Es sollte deswegen vorerst mit Einheiten von maximal 15 bis 30 Minuten experimentiert werden. Gut lassen sich in diesem engen Zeitrahmen Kurzbratgerichte zubereiten, also alle Arten Steaks - aber auch ein Geschnetzeltes oder ein Curry ist durchaus hinzukriegen.
   
Wer sich bezüglich des Zeitlimits Sorgen macht, kann die Vorbereitungsarbeiten (Gemüse putzen und schneiden und so weiter und so fort) im Zweifel auch zu einem leichten Speed- oder Trash-Metal erledigen und erst danach mit der Kerntrainingseinheit beginnen.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Zehn skurrile Techniken der Nahrungsmittelproduktion: Platz 9

Um exklusive Nahrungsmittel herzustellen, gibt es einige extravagante Techniken: Da werden angetrunkene Rinder massiert, Kaffeebohnen wandern vor der Röstung durch den Darm indonesischer Schleichkatzen oder Schnaps wird quer über den Äquator geschippert. Hier das Ranking der zehn skurrilsten Techniken in der Nahrungsproduktion, Platz 9:

Gletscherwein – Weißwein aus dem Wallis

Der Wein wird auch gern „Schweizer Sherry“ genannt. Doch nicht weil der Tropfen ähnlich dem spanischen Solero-System produziert wird, fällt das Getränk aus der Reihe: Die Fässer aus speziellem Lärchenholz werden ab und an zum Reifen in Gletschern versenkt. Da diese in Bewegung sind, wandern die Fässer während der Reifezeit. Trotz elektronischer Sensoren geht gelegentlich ein Fass verloren … welche Schlussfolgerung ziehen wohl unsere Nachfahren, wenn Sie statt eines mumifizierten Ötzis ein eisgekühltes Fässchen Sprit mit defektem Sensor zu Tage fördern? Genau: So schlimm kann die Eiszeit nicht gewesen sein!

Freitag, 9. Dezember 2011

igekauft und igekocht

































Klammert man ideelle und ästhetische Motivationen aus, entsprechen Kochbücher nicht der modernen Leistungsgesellschaft, die vor Spontanität, Mobilität und Flexibilität strotzt. Die teils monumentalen Werke passen nicht in die Handtasche, weswegen eine Speiseplanung im Vorfeld erforderlich ist: Zutaten müssen handschriftlich in eine Einkaufsliste übertragen und die Mengenangaben noch multipliziert oder dividiert werden, um sie der Teilnehmerzahl der Mahlzeit anzupassen. Kurzum: Kochbücher sind mühsam, schwer, unhandlich und sperrig. Sie verschmutzen bei regem Gebrauch, nutzen ab und sind vergleichsweise teuer.

Abhilfe bieten Smartphones oder Tablet-PC´s, in die Millionen von Rezepten passen, knitter- und faltenfrei, stets verfügbar, vorausgesetzt man besitzt die richtigen Applikationen. Zu den iOS-Geräten (Internetwork Operating System) im iTunes Store findet sich beispielsweise haufenweise Software zum Download, die über 160 Millionen Nutzer weltweit von iPhone, iPod touch und iPad erwerben können. Die Preise der Programme reichen bis hin zu 7,99 Euro, teilweise sind sie sogar gratis. Das kulinarische Spektrum erstreckt sich von italienischen über marokkanischen bis hin zu japanischen Rezeptsammlungen.

Die meisten Applikationen finden sich passend in der Rubrik „Lifestyle“. Die ersten fünf Plätze der App-Charts wurden Anfang des Jahres sogar von diesem Themenbereichen angeführt: Auf Platz 1: „Polettos Kochschule“, wobei es sich um digitalisierte Auszüge aus den Kochbüchern der Spitzenköchin handelt, die entsprechend aufbereitet und erweitert wurden. Die Menüführung ist simpel, die Warenkunde fundiert und informativ, die Gerichte und Bilder ansprechend. Über Suchfunktionen lassen sich bestimmte Produktgruppen eingrenzen, die Zutaten eines Rezepts in eine Einkaufsliste übertragen. Für nur 0,79 Cent hat das Programm den Rang eindeutig verdient.

Etwas mager präsentierte sich im Vergleich der 2. Platz, der von „Schlank und Fit - Abnehm-Rezepte“ in Beschlag genommen wurde. Den Rezepten fehlte teils das professionelle Fingerspitzengefühl (als Alternative zu Sojasoße wird Tabasco empfohlen; die Zutaten sind teils für eine, zwei, vier oder sechs Personen ausgewiesen und können nicht umgerechnet werden und Eier werden mal mit „groß“ und mal mit „M“ deklariert), die Menüführung war bis dato unausgegoren (keine Suchfunktion, kein Einkaufskorb). In einer Rezensionen schreibt ein User es handele sich um „Geldmacherei mit einer Mogelpackung.“ Dem kann man zustimmen.

Den 3. und 4. Platz belegten „Rezepte“ und „Kochmeister 60.000 Rezepte“. Bei den Apps handelt es sich um die Webseiten Rezeptewiki.org und Kochmeister.de, deren Usability an die mobilen Endgeräte angepasst wurde. Der nutzergenerierte Inhalt wird größtenteils von passionierten Hobbyköchen erstellt. Die Rezepte sind entsprechend uneinheitlich, teils auch ungenau, aber trotzdem dienen die zahllosen Kochideen, von bodenständig bis ausgefallen, als grobe Richtlinie und spontane Inspiration. Hervorzuheben ist außerdem die schöne Funktion, sich Mengenangaben auf die entsprechende Personenzahl umzurechnen und in eine virtuelle Einkaufliste zu übertragen: Kurz nach der Arbeit, in der U-Bahn, im Bus.

Der 5. Platz fällt etwas aus dem Raster und hat es sich zur Aufgabe gemacht,  loriot´schen Debatten am Frühstückstisch vorzubeugen: „Die perfekte Eieruhr“. Das Programm verlässt sich nicht auf sein „Gefühl“, sondern arbeitet streng wissenschaftlich: Da wird das Ei mittels der Touchscreenfunktion des Displays ausgemessen, die Höhenmeter - wegen des Luftdrucks - und die Ausgangstemperatur des Eis festgelegt, danach der gewünschte Garzustand eingegeben. Beeindruckend dabei: Es funktioniert! Auch wenn, zugegebenermaßen, ein mit durchschnittlichen Fähigkeiten ausgestatteter Mensch im Stande ist, ein Ei auch ohne den Beistand eines Smartphones zu kochen. Solange er nicht auf dem Mount Everest frühstückt.

Aber auch abseits der Charts finden sich interessante Programme. Die App „Italienisch Kochen“ besticht durch Qualität und nicht durch Quantität, die Rezepte sind weitestgehend exakt, die Zubereitungsschritte detailliert. Die ausschließlich in englischer Version erhältliche Software „Thai Food & Recipes“ kränkelt zwar an verschiedenen Stellen, hat aber den Vorteil, dass zahlreiche Videos verlinkt wurden – eine Dienstleistung, die noch keineswegs zum Standard gehört. Was außerdem den Applikationen fehlt, ist eine Schnittstelle zum Drucker, denn angeblich werden die Programme vorwiegend zur schnellen Planung und zum Einkauf genutzt, aber in der Küche doch lieber mit einem Papierausdruck gearbeitet.

Für die iOS-Geräte existieren auch Back- und Cocktailrezepte oder Software, die hilft, korrespondierende Weine zum Essen grob einzugrenzen. Und da die digitale Welt bekanntlich in jede Nische drängt, gibt es auch Brathilfsprogramme wie „iSteak“ oder „Steak Master“, die den Takt angeben, um Fleisch à point zu garen. Aber Vorsicht, wie Kochbücher haben auch iOS-Geräte ihre Tücken: Wegen des Displays weisen sie einen hohen Energieverbrauch auf, weswegen in jedem Fall das Ladekabel mit in die Küche sollte. Nicht auszudenken, wenn zwischen blutig und medium der Akku ausfällt. Dann wäre nicht nur die Investition für die Applikation verbraten.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Zehn skurrile Techniken der Nahrungsmittelproduktion: Platz 10


Um exklusive Nahrungsmittel herzustellen, gibt es einige extravagante Techniken: Da werden angetrunkene Rinder massiert, Kaffeebohnen wandern vor der Röstung durch den Darm indonesischer Schleichkatzen oder Schnaps wird quer über den Äquator geschippert. Hier das Ranking der zehn skurrilsten Techniken in der Nahrungsproduktion, Platz 10: 

Roquefort – französischer Blauschimmelkäse aus Schafsmilch

Spezielles Mischbrot wird gebacken, damit es anschließend einige Monate verschimmelt.  Die entstehenden Kulturen werden pulverisiert und den Käselaiben aus Schafsmilch eingepflanzt, die daraufhin in Höhlen bei der Stadt Roquefort heranreifen. Am Gaumen erregt der Käse so einige Aufmerksamkeit. Außerdem beginnen bei der ersten Kostprobe für gewöhnlich die Nasenwände zu flattern, wogegen nur ein beherzter Schluck Süßwein hilft. Dafür: Platz 10. 

Der Metalkurskochratgeber - Lektion I: Die Grundregel für Anfänger

Wer Kochen nicht als lästige Angelegenheit empfindet und den Akt der Speisezubereitung zelebriert - sei es, dass die Messer vorab geschliffen werden oder ein Glaserl Wein dazu getrunken wird -, der kommt nicht umhin, sich über die passende Musik Gedanken zu machen. Heavy Metal (mit allen Absplitterungen) bietet hier eine hervorragende musikalische Untermalung der Tätigkeit - vermag die Tätigkeit sogar zu einem Ritual zu erheben, wenn man einige Grundsätze befolgt - Lektion I:

Das Kochen steht im Vordergrund, nicht die Musik.

Einsteiger sollten deswegen vorerst Bands und Platten wählen, die den Puls gleichmäßig belasten - bspw. Danko Jones (Below The Belt), Dream Theater (Images And Words), Helloween (Keeper Of The Seven Keys Pt. I & II), Running Wild (Masquerade, Pile Of Skulls), Billy Talent (Billy Talent II), Blind Guardian (Somewhere Far Beyond), Kyuss (Sky Valley) oder Stone Temple Pilots (Purple).

Von noch härterer Musik mit starken Tempi-Wechseln ist besonders Anfängern abzuraten, die Lautstärke darf zudem das Maß von rund 60 Dezibel nicht überschreiten, da sonst schnell die Nerven blank liegen und der Kochprozess für einige Minuten unterbrochen werden muss, was durchaus die Speisequalität beeinflusst. Oder es wird aus allen Lebensmitteln unversehens Hackfleisch zubereitet, ungeachtet des Rezepts. Also: Vorsicht!

Da das Musikprinzip Heavy Metal andere Meinungen zwar nicht zulässt, andere Meinungen auch selten toleriert, aber zumindest anhört, um sich selbst zu bestätigen, sind Kommentare und Musikvorschläge zu diesem Thema erwünscht. Pasta kochen zu irgendeiner Platte von Bon Jovi gilt jedoch als geschmacklos. Nachrichteninhalt solcherart zerstört sich von selbst, das versteht auch sich von selbst.